In dieser Rubrik halten wir für Sie ausgewählte Marktnews vor.
Datum | Thema | Beschreibung |
31.03.2025 | Was, wenn wir uns geirrt haben? Mögliche Auswirkungen, wenn wir die 750 TWh Strombedarf für Deutschland in 2030 nicht erreichen und trotzdem die erneuerbaren Energien weiter zubauen. Autor: Urs Neuhöffer, succedo Unternehmensberatung GmbH | dieser Tage sprechen viele zu Recht von den neuen Zöllen, die US-Präsident Trump seinen Handelspartnern versprochen hat. Dies machen wir in dieser Ausgabe nur mittelbar zu unserem Schwerpunktthema. Denn heute geht es darum, ob die Energiewende in Deutschland neu ausgerichtet werden muss und welche Auswirkungen das auf Ihre Strombeschaffungsstrategie haben kann Aber lesen Sie selbst:
Mittlerweile aber warnen einige Stimmen am Markt davor, dass die Stromprognose von 750 TWh/a schlicht viel zu hoch sei. So stieg nach Kennzahlen des Branchenverbandes Eurelectric von Anfang Januar 2025 die Stromnachfrage in Deutschland nicht etwa an, sondern ganz im Gegenteil sank das dritte Jahr in Folge auf zuletzt 504 TWh. Ein Rückgang um bemerkenswerte 3% zum Vorjahr. Das liegt nicht nur an erfolgreich umgesetzten Energie-Effizienzmaßnahmen, sondern auch an der schleichenden De-Industrialisierung (alleine 2024 gingen 70.000 Arbeitsplätze in der Industrie nach Kennzahlen der Unternehmensberatung EY verloren; die jüngste US-Wirtschaftspolitik wird diesen Trend eher noch verstärken). Wo weniger produziert wird, braucht es eben auch weniger an Energie. Der abgebrochene Hochlauf der Elektromobilität nach dem ad-hoc Förderaus im Dezember 2023 mangels Kassenlage oder auch der Zickzackkurs bei Wärmepumpen sorgen ebenfalls nicht für massiv steigenden Strombedarf. Was passiert, wenn deutlich weniger Strom benötigt wird, aber die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden wie geplant? Zunächst einmal das, was man erwarten darf: Die Zahl der Verlierer steigt an. Verlieren werden diejenigen, die Kraftwerke am Bedarf vorbei bauen. Denn wo bei unveränderter Nachfrage zukünftig viel Strom zur gleichen Zeit produziert wird, sinken die Spotmarktpreise. Und seit der kürzlichen Novelle des EEG ist klar: Der Staat wird bei negativen Strompreisen nicht einspringen. Ob das Hochlaufen des Batteriemarktes sowohl zeit- wie auch ortsbezogen das Problem einer möglichen Überkapazität lösen kann, ist fraglich. Mit einem Ungleichgewicht zwischen (viel mehr an) Erzeugung und (nur mäßig gesteigerter) Nachfrage wird der Druck auf die Vermarktungspreise anziehen und damit auch die Ausgaben für die Marktprämie steigen, welche bis zu dem sog. anzulegenden Wert des EEG für einen finanziellen Ausgleich zumindest bei positiven Spotmarktpreisen sorgt. Es drohen also für einige Jahre womöglich Überkapazitäten, die besonders für B-Standorte mit einer nicht idealen Produktionsumgebung (bspw. Windhöffigkeit) die reale Gefahr eines gestrandeten Investments darstellen können. Viel Geld wäre schlicht an der falschen Stelle der Energiewende investiert worden. Verlieren werden aber auch die Unternehmen und Letztverbraucher: Denn ein insgesamt niedrigeres Spotmarktpreisniveau bedeutet auch einen höheren staatlichen Finanzierungsaufwand für die Vergütung nach EEG. In Zeiten leerer Kassen kann daraus auch der Bedarf an einer neuen Umlage erwachsen. Für die Strompreise hingegen bedeutet ein Überangebot perspektivisch zunächst ein niedrigeres Preisniveau. Je nachdem, wie viele erneuerbare Energien Wind und PV tatsächlich gebaut werden, dürfte sich die zusätzliche Stromproduktion auf das Frühjahr und den Sommer konzentrieren und hier das Potenzial haben, zu dem beschriebenen Überangebot zu führen. Das führt auch zu weiter steigenden Kosten im Netzausbau, denn der Strom muss irgendwo hin. Auch die Diskussionen um die Aufteilung Deutschlands in Preiszonen erfährt neue Nahrung. Im Gegenzug birgt die kalte und dunkle Jahreszeit das Risiko für deutlich weniger bis gar keiner Produktion aus den vielen zusätzlichen erneuerbaren Kraftwerken – die sogenannte kalte Dunkelflaute hat bereits im vergangenen November stundenweise für Strompreise jenseits der 800 EUR/MWh geführt. Warum ist das wichtig für Ihre Strombeschaffungsstrategie? Einerseits entwickelt sich die Erzeugungslandschaft mit einem hohen Tempo: Nicht nur der Zubau der erneuerbaren Energien, auch die wachsende Anzahl an Batteriespeicherprojekten sowie die dringend benötigten Gaskraftwerke für die Netzstabilität wirken auf das zukünftige Szenario ein. Auf der anderen Seite steht die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland in Verbindung mit der Elektrifizierung von thermischen Prozessen und damit die Nachfrage nach elektrischer Energie. Wie der Chef einer der vier großen Übertragungsnetzbetreiber auf der diesjährigen E-world treffend formulierte „Langfristig ( …) würde ich dringend zu mehr Demut vor der Zukunft raten (…) da ist soviel technischer Fortschritt, den können wir nicht vorhersagen“.
Wir empfehlen daher grundsätzlich Flexibilität für Chancen und Absicherung von Marktpreisrisiken
Wichtig ist: Dies ist natürlich keine Blaupause. Tatsächlich erfolgskritisch wird im Wesentlichen die Stromprognose der Zukunft i.V. mit der viertelstündlichen Last-Ausprägung sowie der unternehmerischen Vorgaben im Chancen- und Risikomanagement. Auf Wunsch beraten wir Sie individuell.
Ob es eine gute Idee ist, bspw. einen Wind PPA mit einer dezidierten Neuanlage einzelvertraglich über 15 Jahre abzuschließen oder einen Dreijahresvertrag über Windstrom aus einem Post-EEG-Pool mit einem generischen Deutschlandprofil, kann man trefflich diskutieren. Ganz sicher ist, dass es einen sich stetig verändernden Chancen- und Risikomix gibt. Es gilt also, unter den sich bietenden Optionen genau diejenigen auszuwählen, welche den Vorgaben der Unternehmensführung (oder der Eigentümer) weitestmöglich entsprechen. Grundsätzlich sollte eine Beschaffungsstrategie nur mit solchen Modellen erfolgen, die dem letztverbrauchenden Unternehmen eine größtmögliche Flexibilität einräumen, wie etwa
Achtung Spoilering: Last-not-least einen guten Berater, der Sie von der Strategie bis zur operativen Umsetzung begleitet. Denn: Erst eine flexible Beschaffungsplattform kombiniert mit einer definierten Beschaffungsstrategie, aktiver Marktbeobachtung und Einschätzung sowie einem operativen Pretesting und revisionssicherer Dokumentation von Terminmarktgeschäften erlaubt dem Einkauf, handfeste Einsparpotenziale zu realisieren und zeitgleich den Anforderungen an ein Risikomanagement gerecht zu werden..
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19.03.2025 | Kein schneller Waffenstillstand in der Ukraine - die vorgezogene Friedensdividende schmilzt wieder ab. Jetzt Preise absichern. Autor: Urs Neuhöffer, succedo Unternehmensberatung GmbH | Trump musste liefern. Egal wie. Zwar hat er einen Frieden binnen 24 Stunden zwischenzeitlich selbst als Sarkasmus einkassiert. Aber etwas brauchbares musste her. Nachdem die Ukraine ob des massiven Drucks der US-Amerikaner zu Zugeständnissen für eine 30tägige Waffenruhe bereit war, sollte ein direktes Gespräch zwischen Trump und Putin zu einer Zusage Russlands führen.
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06.03.2025 | Wohin geht die Reise? Eine aktuelle Markteinschätzung. Autor: Urs Neuhöffer, succedo Unternehmensberatung GmbH | Der Energiemarkt reflektiert sehr genau, was sich über den großen Teich hinweg abspielt. Insbesondere die neuen Zollschranken der USA gegen ihre wichtigsten Handelspartner treiben Marktakteure um.
Die Strom- und Gaspreise für die kommenden beiden Lieferjahre 2026 und 2027 sind in den letzten 30 Handelstagen um rund 13% gesunken. Dementgegen aber zeigten sich die Futures für 2028 und 2029 relativ stabil mit nur leicht schwächeren Preisen.
Am kurzfristigen Markt spielt das Wetter zunehmend seine Macht aus: Steigende Temperaturen und höhere Einspeisung der Erneuerbaren sorgen zuletzt für sinkende Spotmarktpreise für Strom wie auch für Erdgas. Ein klein wenig mehr Sicherheit mag es bringen, wenn im geplanten 500 Mrd. EUR Sondervermögen auch die dringend notwendigen Investitionen in Kraftwerke, Netze und Speicher enthalten sein würden. So fordern es aktuell die Spitzenverbände BDEW und VKU. Kommt es so, wäre zumindest der absehbar hohe Anstieg der Netzentgelte abgebremst, da die notwendigen Investitionen nicht in voller Höhe auf die Netzkunden gewälzt werden müssten sondern über neue Schulden langfristig sozialisiert werden.
Für neue Stromverträge immer PPA mit prüfen Und zu guter Letzt: |
28.02.2025 | War´s das erst mal mit der Energiewende? Autor: Urs Neuhöffer, succedo Unternehmensberatung GmbH | Heute beleuchten wir die jüngsten Entwicklungen am Energiemarkt mit der Fragestellung: War´s das erst mal mit der Energiewende? Eine zugegeben provokante Fragestellung. Wer aber seit dem 20.01.2025 die Weltlage aufmerksam verfolgt kommt zu dem Schluss, dass ausgehend von der neuen US-Administration vereinfacht gesagt Dollar vor CO2 geht.
Steht die Renaissance der fossilen Energieträger vor der Tür? Eine Renaissance hätte Folgen für Europa und absehbar auch für Deutschland. Denn bisher hat die Energiewende und die Abkehr von fossilen Energieträgern nicht nur für Gewinner gesorgt. So bangt die ohnehin angeschlagene Automobilindustrie mangels Nachfrage nach Elektromobilität dem EU-weitem Verbrenner-Verbot für Neuzulassungen ab 2035 entgegen – und die Diskussionen ob einem Aufweichen, gewinnt an Fahrt. Der französische Energiekonzern Engie hat erst gestern bekannt gegeben, die Laufzeitverlängerung von zwei belgischen Kernkraftwerken zu prüfen – und zwar auf Wunsch der belgischen Regierung und mit Zustimmung der Europäischen Union. Nicht nur das, auch der sog. Clean Industrial Deal befürwortet staatliche Beihilfen für Kernenergie im Sinne der Technologieoffenheit. In Frankreich plant EDF derzeit die Investition in sechs neue Reaktoren. Sinnbildlich für die Rolle rückwärts ist auch die kürzliche Erklärung des Chefs von bp (british petroleum), die Investitionen in Erneuerbare stark einzukürzen und stattdessen wieder massiv in das Geschäft mit Öl und Gas einzusteigen. Der Grund: Nach heftigen Gewinneinbrüchen muss der Rückgriff auf das sog. Upstream-Geschäft mit fossilen Energien wieder für hohe Margen sorgen. Vieles spricht derzeit für einen harten Tritt auf die Bremse und Konsolidierung der Energiewende bei zeitgleicher Rekonvaleszenz der fossilen Energien für die nächsten Monate und Jahre. Die Märkte haben mit sinkenden Notierungen auf einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine reagiert
Die schnelle Annäherung der USA an Russland in Fragen eines Kriegsendes in der Ukraine hat zudem in den letzten Tagen am kurzen Ende für ein wahres Kursspektakel geführt: So erwarten nicht wenige Marktteilnehmer, dass der Preis für einen Waffenstillstand die Öffnung der westlichen Energiemärkte für russische Öl- und Gaslieferungen sein wird. Und aus Sicht Russlands wäre dies dann vielversprechend, wenn die zwischenzeitlich gewachsenen Importbeziehungen (Norwegen, LNG-Lieferungen) mit billigen russischen Energielieferung geflutet und damit unattraktiv werden können. Denn wer würde relativ teures LNG-Gas importieren, wenn es russisches Pipeline-Gas zu einem Bruchteil der Kosten frei Haus gibt? Europa würde von einer Abhängigkeit in die nächste taumeln – der Sucht nach günstiger Energie sei Dank. Wie geht es weiter? Aus den Vorüberlegungen entwickelt sich aktuell folgendes Szenario als mögliche Entwicklung:
Unsere Markteinschätzung Die Future-Notierungen für Strom wie auch für Erdgas sind in den letzten Tagen zunächst signifikant gefallen und haben offenbar nun ihren Boden gefunden. Am kurzen Ende sehen wir derzeit bereits die Tendenz für wieder festere Kurse. Solange aber keine grundlegenden neuen Nachrichten lanciert werden, erwarten wir eine unausgeglichene Seitwärtsbewegung. Die aktuellen Entwicklungen über US-Zölle für Warenimporte aus der EU überdecken dabei die jüngsten Ereignisse in Bezug auf die Ukraine. Unsere Handlungsempfehlung: Kurz- und langfristig handeln Daher empfehlen wir kurzfristig nach wie vor eine saisonale Beschaffungsstrategie mit Terminmarktabdeckungen für die Heizperiode (also Q4-2025 und Q1-2026, absehbar auch Q4-2026, sobald verfügbar). Der Sommer sollte frei bleiben für Spotmarkt. Bei Erdgas gibt allerdings das latente Risiko für hohe Tagespreise im Sommer – hier kann eine Absicherung zu gegenwärtig ca. 46 EUR/MWh durchaus opportun sein. Für die Folgejahre 2027 bis 2028 sollten Jahresbänder für eine Grundlastabsicherung gekauft werden (je nach Lastgang mit 20-30% der Prognose). Hier kann auch eine Swap-Strategie mit Abdeckung von 80% der Prognose alternativ diskutiert werden. Bei Strom immer Wind- und Solar-PPAs mit prüfen Nach wie vor empfehlen wir für Unternehmen die Prüfung der Integration von Wind- und Solar-PPAs in die Beschaffungsstrategie. Dies kann bereits ab einem (kumulierten) Strombedarf von 5 GWh/anno wirtschaftlich sehr attraktiv sein – inklusive hochwertiger Grünstellung. Große Stromverbraucher sollten auch den Einsatz von finanziellen Derivaten (virtuelle PPA) prüfen. Einsparpotenziale von 15 bis 25 Prozent sind nicht selten. Lieferangebote bis 2030 möglich Mit einigen unserer Energielieferanten haben wir bereits Lieferangebote für Mandanten bis einschl. 2030 erfolgreich strukturiert. Hier versprechen niedrige Terminmarktpreise von 68 EUR/MWh bei Strom bzw. 27 EUR/MWh bei Erdgas eine Chance zur adäquaten Risikoabsicherung. Unser Fazit: Überprüfen Sie Ihre Strategie auf Stressresilienz Zusammengefasst ist die Marktlage derzeit von vielen Unsicherheiten geprägt. Das Pendel kann kurzfristig in die eine, wie auch in die andere Richtung ausschlagen. Da höhere Energiekosten regelmäßig auf das EBIT durchschlagen, sollte eine angemessene Beschaffungsstrategie der Marktlage Rechnung tragen. Unser Team unterstützt Sie dabei sowohl in Fragen der Strategie wie auch der operativen Umsetzung. Sie sind noch kein Kunde bei uns? Dann nutzen Sie die Möglichkeit eines ersten kostenfreien wie unverbindlichen Gesprächs und Erstanalyse.
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17.02.2025 | Möglicher Frieden in der Ukraine verspricht niedrigere Energiepreise Autor: Urs Neuhöffer, succedo Unternehmensberatung GmbH | Die neue US-Administration bringt die Weltordnung gehörig in Aufruhr. Was eben noch fern schien, mag in den nächsten Tagen und Wochen greifbar werden:
Selbstverständlich ist dies noch kein Trend und die Ereignisse der nächsten Tage können das Pendel auch wieder in die andere Richtung ausschlagen lassen. Wir sind vorsichtig optimistisch und empfehlen zunächst die Terminmarktbeschaffung für die Belieferung in 2026 und 2027 auszusetzen. Hier haben die anstehenden Gespräche zwischen den USA und Russland in Saudi-Arabien das Potenzial, wegweisend sein und diese Entwicklung sollte abgewartet werden.
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06.02.2025 | Gesetzgeber verschärft die Förderbedingungen für Solaranlagen | Kurz vor der anstehenden Bundestagswahl hat die amtierende Bundesregierung mit Stimmen der Opposition am Freitag, dem 31. Januar 2025 das sog. „Solarspitzengesetz“ beschlossen. Eine der wichtigsten Änderungen des Gesetzes für neu gebaute Solaranlagen nach dem Inkrafttreten (bspw. 01.03.2025) ist der generelle Wegfall der Einspeise-Förderung „für Zeiträume, in denen der Spotmarktpreis negativ ist“. Zwar gilt diese Regelung für PV-Anlagen ab 400 kW(p) bereits länger. Hier ist im aktuellen EEG aber eine sog. Karenzzeit von drei Stunden negative Spotmarktpreise in Folge enthalten. Durch die Verschärfung entfällt die Marktprämie nun bereits in der 1. Stunde von negativen Strompreisen am Spotmarkt. Auswirkungen für Unternehmen, die eine PV-Anlage für den Eigenverbrauch planen Betreiber von neu zu errichtenden PV-Anlagen ab 100 kW(p) müssen also berücksichtigen, dass bspw. eine Überschusseinspeisung an Sonn- und Feiertagen das Risiko von finanziellen Nachteilen bergen kann - insbesondere im Sommer. Im vergangenen Jahr gab es 457 Stunden mit negativen Spotmarktpreisen - Tendenz steigend. Wer zu diesen Stunden Strom einspeist, muss dafür zahlen. Eine Lösung kann hier die zeitliche Begrenzung der Leistung über den Wechselrichter sein mit dem Ziel, die PV-Produktion an die Grundlast im Unternehmen anzupassen, um eben keine Überschüsse zu erzeugen. Dazu muss eine Datenverbindung zu den täglichen day-ahead Spotmarktnotierungen bestehen. Alternativ dazu bietet sich der Einsatz eines Stromspeichers an, der den sonst einzuspeisenden Strom zwischenpuffert und wenige Stunden später wieder für den Eigenverbrauch nutzbar macht. Das spart nicht nur finanzielle Nachteile durch negative Spotmarktpreise ein sondern auch Arbeitspreise und Netzentgelte für die zeitlich verschobene Nutzung des selbst erzeugten PV-Strom. Grundsätzlich sollten neue PV-Anlagen stets kritisch dahingehend geplant und skaliert werden, dass ein maximaler Eigenverbrauch gegenüber einer maximalen Erzeugungsleistung zu priorisieren ist. Das Gesetz bedarf noch der Zustimmung im Bundesrat am 14. Februar und kann danach in Kraft treten. |
13.01.2025 | Steigendes Risiko für hohe Marktpreise Autor: Urs Neuhöffer, succedo Unternehmensberatung GmbH | Nachdem es zuletzt immer wieder zu "Unfällen" mit Schleppankern der vermeintlich russischen Schattenflotte in der Ostsee gekommen ist, warnen wir vor den Gefahren eines Unfalls oder gezielter Sabotage auf die Erdgaspipelines, die zwischen Norwegen und Deutschland verlaufen.
Einerseits kurz vor den Bundestagswahlen in Deutschland und der entsprechenden Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Andererseits sind die hiesigen Gasspeicher im Vergleich zum Vorjahr relativ leer und die jahreszeitliche Kälte ist noch lange nicht vorbei. Und nach dem Ende des Gastransit durch die Ukraine ist insbesondere Österreich auf Erdgasmengen aus Deutschland angewiesen. Auch die heutige Meldung eines vermeintlichen Angriffs der Ukraine auf die TurkStream Gaspipeline machen die Verletzbarkeit der europäischen Energieversorgung deutlich.
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06.01.2025 | Autor: Urs Neuhöffer Zum Jahreswechsel Das succedo Essay | Das succedo Essay zur Energiebeschaffung Der Jahreswechsel ist auch immer eine Zeit für einen Rückblick auf das abgelaufene Jahr. Und da fällt ein Zustand besonders auf, mit dem wir dieses Essay beginnen möchten: Frankreich steigert die Stromproduktion aus Kernkraftwerken um + 13% erheblich und wird erneut zum Strom-Export-Europameister. Mit 19,8 TWh ist besonders Deutschland auf diese Exporte angewiesen. Insgesamt produzierte Frankreich im Jahr 2024 Exportüberschüsse in Höhe von 89 Terawattstunden (TWh). Und das dank eines landesweiten Kraftwerkparks mit einem hohen Anteil an Kernenergie. Im Vergleich: 2023 hatte Deutschland einen inländischen Stromverbrauch von rund 457 TWh. Aber anders als früher ist Deutschland als Volkswirtschaft heute nicht mehr in der Lage, den benötigten Strom zu jeder Zeit kosteneffizient selbst zu produzieren. Darum importieren wir nach Abschaltung der eigenen Atomkraftwerke nun zu einem hohen Anteilen Kernenergie aus unserem westlichen Nachbarland. Das wäre vielleicht noch als vorübergehendes Phänomen zu betrachten, bis (irgendwann?) hierzulande ausreichend neue Kraftwerke gebaut werden, die zunächst viele Jahre Erdgas verbrennen sowie CO2 emittieren werden und anschließend zumindest in Teilen theoretisch auch Wasserstoff (Stichwort „h2 ready“) nutzen können. Aber eine andere Meldung ist in diesem Zusammenhang dieser Tage auch bemerkenswert: Deutschland importierte 2024 rund 70% mehr Uran aus Russland als im Vorjahr – und beliefert mit dem produzierten Brennstoffen Atomkraftwerke weltweit Wie dem auch sein, wenden wir uns der aktuellen Lage zu: Hohe Unsicherheit wird den Markt in den kommenden Wochen und Monaten prägen Unsere Handlungsempfehlung:
Am kurzen und mittleren Ende ist die Antwort diffiziler. Hier bietet sich je nach individuellen Lastprofil und Managementvorgabe zur Kostenabsicherung direkt eine saisonale Beschaffungsstrategie an. Also mengenmäßig hohe Eindeckung der risikoreichen Quartale .I. und .IV. und andersherum deutlich höhere Gewichtung von Spotmarktanteilen in den sechs verbleibenden Monaten. Mit anderen Worten eine Cherry-Picking-Strategie, welche Risiken effektiv minimiert, aber die Tür für Kosteneinsparungen nicht zuschlägt, sondern im Gegenteil, soweit es geht, offen hält. Oder eben den Pelz waschen, ohne dabei nass zu werden.
Ich wünsche Ihnen geschäftlich ein erfolgreiches Jahr 2025. Und Ihnen persönlich Gesundheit, privates Glück und viel Spaß und Erfolg bei dem, was Sie dieses Jahr unternehmen. Mit freundlichen Grüßen Ihr Urs Neuhöffer Geschäftsführer succedo Unternehmensberatung GmbH |
18.12.2024 | CDU-Kraftwerkspläne könnten Stromkosten treiben Quelle: Montel | Die Pläne von CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz, keine Kraftwerke mehr stillzulegen, bevor Ersatz am Netz ist, könnten eine Verschiebung der Anlagen in die Netzreserve bedeuten, was die Stromkosten treiben sollte, sagten Analysten diese Woche gegenüber Montel.
Auch laut dem CDU-Wahlprogramm, das am Dienstag vorgestellt wurde, dürfe es „kein weiteres endgültiges Abschalten von Kohlekraftwerken” geben, solange kein Ersatz vorhanden sei. Da allerdings die Marktbedingungen für Kohle- und Gaskraftwerke aktuell wenig aussichtsreich sind, gehen Analysten davon aus, dass die Betreiber schon deswegen in den kommenden Monaten Anlagen stilllegen werden. „Die Anlagen müssen [dann] so lange in der Netzreserve bleiben, bis die Systemrelevanz nicht mehr gegeben ist, also theoretisch sehr lange”, sagte Christoph Maurer, Geschäftsführer vom Beratungshaus Consentec. „In der Zeit müssen die ÜNB unter anderem notwendige Erhaltungsinvestitionen tragen, auch größere, wenn etwas kaputt geht”, so Maurer. Diese Ausgaben werden über die Netzentgelte umgelegt und würden so die Stromkosten für die Verbraucher erhöhen, so Maurer.
Auch Mirko Schlossarczyk vom Beratungshaus Enervis sieht die Netzreserve als wesentliches Werkzeug, Kraftwerke nicht abzuschalten. „Ein Kraftwerksbetreiber wird ein Kraftwerk in aller Regel nur betreiben wollen, wenn es auch absehbar wirtschaftlich ist”, so Schlossarczyk. „Bei einem unwirtschaftlichen Betrieb und gleichzeitigem Stilllegungsverbot ist natürlich die wirtschaftliche Kompensation ein ganz entscheidender Punkt.” Mit dem Erhalten der Kapazitäten sollten laut Merz auch zukünftig Dunkelflauten verhindert werden. Eine windarme Phase hatte in der vergangenen Woche zu stündlichen Strompreisen in der Day-Ahead Auktion von knapp unter 1.000 EUR/MWh geführt. Allerdings nehmen die Kraftwerke in der Netzreserve nicht mehr am Markt teil, so dass ihr Stromangebot auch in der Auktion nicht mehr preisdämpfend wirkt. „Das würde also zwar möglicherweise helfen, physische Knappheiten bei Dunkelflauten zu vermeiden, würde aber nicht die Problematik des Auftretens von Preisspitzen adressieren”, so Maurer weiter. |
06.12.2024 | Russisches Gas strömt weiter in die EU Quelle: n-tv | Trotz offizieller Lieferstopps fließt weiterhin russisches Erdgas über die Slowakei nach Österreich. Experten vermuten, dass ein Teil davon für westeuropäische Unternehmen bestimmt ist. An der Börse steigt der Gaspreis derweil Richtung Jahreshoch.
Laut einem "Handelsblatt"-Bericht legen Daten des europäischen Ferngasleitungsverbands ENTSOG allerdings nahe: Auch 20 Tage nach dem Lieferstopp kommt in Österreich noch Pipelinegas aus dem Osten an. Da es sich inzwischen nicht mehr um bereits losgeschickte Restmengen handeln könne, müsse irgendjemand noch russisches Gas von Gazprom kaufen und somit die Gaslieferungen aufrechterhalten. Ansonsten hätte der Staatskonzern die Lieferung schließlich eingestellt.
Die Gasmengen, die Österreich in Richtung Italien, Deutschland oder Slowenien verlassen, haben sich laut dem Bericht im Vergleich zu der Zeit vor dem Lieferstopp an OMV nicht grundlegend verändert. Es sei also davon auszugehen, dass das Russland-Gas, das nicht in der Slowakei abgezweigt werde, in Österreich bleibe. Mit Jahresende läuft der Transitvertrag zwischen Russland und der Ukraine aus, spätestens dann wird das Pipelingas versiegen. Auch Gazprom geht in seiner internen Planung davon aus, dass ab 2025 kein Gas mehr über die Ukraine nach Europa fließen wird. Der Markt bereitet sich derweil bereits auf ein mögliches Ende der russischen Gaslieferungen durch die Ukraine vor. Zuletzt ist der Preis für Erdgas diese Woche in die Nähe des Jahreshochs gestiegen. Der richtungweisende Terminkontrakt TTF zur Auslieferung in einem Monat wurde an der Börse in Amsterdam zeitweise mit 48,65 Euro je Megawattstunde (MWh) gehandelt. Damit fehlte nicht mehr viel zum höchsten Preis seit Ende des vergangenen Jahres, der im November bei 49,55 Euro erreicht worden war. Am Markt wurde das erhöhte Preisniveau zudem mit einem ungewöhnlich schnellen Abbau der Gasvorräte erklärt. Dies habe mit einer vergleichsweise kalten Witterung zu tun. Außerdem sei in den vergangenen Tagen nur wenig Windenergie erzeugt worden, was den Gasverbrauch zur Stromgewinnung erhöht habe. Den orig. Artikel finden Sie hier: n-tv.de |
29.11.2024 | Strombörse Epex Spot will im Dezember neue Regeln zur Marktkopplung vorschlagen | Die Strombörse Epex Spot will mit neuen Regeln für Ausweichprozesse verhindern, dass es zu unterschiedlichen Spotpreisen in europäischen Strommarkt kommt. Dafür sollen im Hintergrund Ausgelöst wurde der Schritt durch einen Vorfall am 25. Juni, als technische Probleme der Epex die Kopplung mit den anderen Börsen in Mittel- und Westeuropa verhindert hatten. Infolgedessen musste die Börse die Spotpreise für mehrere wichtige europäische Märkte für den 26.Juni nur auf Basis ihres eigenen Orderbuchs berechnen. Damit kam es zu einem starken |
26.11.2024 | Gaspreise steigen mit Risiken um russische Gasflüsse | Die deutschen Gaspreise im Marktgebiet Trading Hub Europe (THE) sind am Montag trotz stabiler Fundamentaldaten gestiegen. Die Situation bleibt angesichts der Unsicherheiten um die russischen Gasflüsse durch die Ukraine angespannt. Der Day-Ahead legte bei einem Broker um 0,85 EUR auf 49,18 EUR/MWh zu. Im Tagesverlauf war der Kontrakt bis auf 49,60 EUR/MWh gestiegen, den höchsten Preis seit dem 30. Oktober 2023. Der Frontmonat handelte an der EEX zuletzt bei 49,50 EUR/MWh, 1,78 EUR höher zum Abrechnungspreis von Freitag. Am Freitag hatte der Kontrakt mit einem zwischenzeitlichen Hoch von 49,78 EUR/MWh seinen höchsten Stand seit dem 15. November 2023 erreicht. Der Markt sei nervös und verfolge eng die Nachrichten in Zusammenhang mit Russland, sagten Marktteilnehmer.
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